spielwelt:finsternis

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spielwelt:finsternis [14.09.2026 06:31] Voigtspielwelt:finsternis [15.09.2026 20:23] (aktuell) Voigt
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 > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." (Fragment eines verbotenen Manuskripts, Verfasser unbekannt) > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." (Fragment eines verbotenen Manuskripts, Verfasser unbekannt)
  
-Der Staub ist allgegenwärtig, jeder kennt ihn. Er ist ein fester Bestandteil der Welt und immer da, so selbstverständlich wie grauer Himmel und nasse Straßen nach dem Regen. Er gehört zum Wetter, und somit kein kein besonderes Ereignis, über das man spricht. Tagsüber erscheint der Staub als kaum sichtbare Schwebung, ein leichter Schleier, der das Sonnenlicht bricht und den Himmel in ein schmutzig-gelbgraues Zwielicht taucht. Die Sonne selbst ist nur ein verwaschener, blasser Fleck dahinter, ewig gedämpft. Oft liegt er morgens auf den Fensterbrettern, setzt sich auf Stoffe, tränkt die Luft an manchen Tagen mit einem schwachen, metallischen Nachgeschmack. Je nach Wind und vorherigem Regen liegt er mal dichter, mal dünner in der Luft. Mancherorts hängt der Staub tiefer und verhüllt wie ein ewiger Nebel ganze Landstriche, manchmal so dicht, dass er sogar Geräusche zu verschlucken scheint. +Der Staub ist allgegenwärtig, jeder kennt ihn. Er ist ein fester Bestandteil der Welt und immer da, so selbstverständlich wie grauer Himmel und nasse Straßen nach dem Regen. Er gehört zum Wetter, und ist somit kein besonderes Ereignis, über das man spricht. Tagsüber erscheint der Staub als kaum sichtbare Schwebung, ein leichter Schleier, der das Sonnenlicht bricht und den Himmel in ein schmutzig-gelbgraues Zwielicht taucht. Die Sonne selbst ist nur ein verwaschener, blasser Fleck dahinter, ewig gedämpft. Oft liegt er morgens auf den Fensterbrettern, setzt sich auf Stoffe, tränkt die Luft an manchen Tagen mit einem schwachen, metallischen Nachgeschmack. Je nach Wind und vorherigem Regen liegt er mal dichter, mal dünner in der Luft. Mancherorts hängt der Staub tiefer und verhüllt wie ein ewiger Nebel ganze Landstriche, manchmal so dicht, dass er sogar Geräusche zu verschlucken scheint. 
  
 ===== Die Nacht ===== ===== Die Nacht =====
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 > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." (Pekka, Schafhirte aus Estorien) > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." (Pekka, Schafhirte aus Estorien)
  
-Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib alles Leben darauf zu vergiften, zu verformen, zu quälen. Der Staub frisst das Licht und verändert das Leben. Jedes Lebendas die Finsternis länger berührt, wird von ihr gezeichnet und verändert. Nicht immer besteht diese Veränderung in nach Außen sichtbaren Deformationen und Verwachsungen, nicht weniger teuflisch sind Veränderungen der Seele, des Charakters. Die Finsternis weckt die dunklen Seiten eines jeden.+Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib zu erobern, alles Leben darauf zu vergiften, zu verformen, zu quälen, entsteht die Finsternis. 
  
-**Die Finsterlande.** Einige Landstriche auf Ghen sind auch tagsüber von der Finsternis verschlucktHier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl von Sors Licht durch. Jedes Leben tut sich gut darandiese Landstriche zu meidenDenn Menschen die hinein geraten kehren nicht zurück, und wenn doch nicht als sie selbstDiese Finsterlande sind für immer verlorenDort geht Dhargass nicht nachts auf, er geht auch tagsüber nie unter.+**Die Finsternis verändert das Leben.** Der Staub frisst das Licht und verändert das LebenWas die Finsternis länger berührt, wird von ihr gezeichnet, nicht immer durch offensichtliche Deformationen und Verwachsungensondern oft unsichtbarer und gerade deshalb teuflischerDie Finsternis verändert die Seele, den Charakter. Wer Stunden in ihr verbracht hatkommt vielleicht unversehrt heraus und ist trotzdem nicht mehr derselbeDas merken zuerst die, die einen kennenMan spricht anders. Man entscheidet anders. Manchmal legt sich das nach genug Zeit in Sors Licht. Manchmal nicht.
  
- +**Eigenschaften der Finsternis.** Die Finsternis sieht aus wie Nebel aber benimmt sich nicht soSie sinkt nie ganz zu Boden, als wäre sie leichter als Luft. Und trotzdem bewegt sie sich manchmal gegen den Wind. Einige behaupten, sie kann augenblicklich ihre Richtung ändern. Sie fühlt sich eiskalt an, aber verbrennt dennoch deine HautSie dämpft jeden LautSchritte werden zu Flüstern und Rufe verhallen nach wenigen Metern. Aber schlimmer noch ist, dass sie das Licht verschlucktFackeln brennen weiter, man sieht die Flammeaber ihr Schein kommt nicht durch. Deswegen brennt nachts in jedem Haus eine KerzeWenn ihr Lichtschein schwindetist böses naheAm gefährlichsten ist aber, dass die Finsternis orientierungslos macht. Ohne Geräusch und Sicht, verliert man schnell die Richtung. Oft so vollständig, dass man im Kreis geht, ohne es zu merken.
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-==== Wie sie sich verhält ==== +
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-Sie sieht aus wie Nebel und benimmt sich nicht so+
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-  * Sie **sinkt nie ganz zu Boden**, als wäre sie leichter als Luft — und bewegt sich manchmal trotzdem gegen den Wind. +
-  * Sie **verbrennt** Haut und Blattwerk und **fühlt sich dabei eiskalt an**Beide Beobachtungen stimmen. +
-  * Sie **verschluckt Licht.** Die Fackel brennt weiter, man sieht die Flamme — aber ihr Schein kommt nicht durch. +
-  * Sie **dämpft jeden Laut.** Schritte werden zu FlüsternRufe verhallen nach wenigen Schritten. +
-  * Wer lange in ihr steht**verliert die Richtung** so vollständig, dass er im Kreis geht, ohne es zu merken+
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-==== Was sie mit Lebendem macht ==== +
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-Was die Finsternis länger berührt, wird gezeichnet. Verwachsungen und Missbildungen kommen vor — aber die stilleren Veränderungen sind die schlimmeren. +
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-Die Finsternis weckt die dunklen Seiten eines jeden. Sie erschafft nichts Neues; sie holt hervor, was da war, und macht es zur beherrschenden Kraft. Wer Stunden in ihr verbracht hat, kommt vielleicht unversehrt heraus — und ist trotzdem nicht mehr derselbe. Das merken zuerst die, die ihn kennen. Er spricht anders. Er entscheidet anders. +
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-Manchmal legt sich das nach genug Zeit im Licht. Manchmal nicht.+
  
 ==== Die Finsterlande -- verlorenen Landstriche ==== ==== Die Finsterlande -- verlorenen Landstriche ====
  
-Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. +Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. Diese Landstriche sind auch tagsüber von der Finsternis verschluckt. Hier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl von Sors Licht durch. Sie gelten als verloren, und das ist keine Übertreibung: Es gibt dort nichts zu holen, was den Weg wert wäre, und niemanden zu retten, der noch zu retten wäre. Was dort wächst, ist schwarz und hungrig. Was dort lebt, erinnert sich an kein natürliches Verhalten mehr. Jedes Leben tut sich gut daran, diese Landstriche zu meiden. Denn Menschen die hinein geraten kehren nicht zurück, und wenn doch, nicht als sie selbst
  
-Gebiete unter dauerhafter Finsternis gelten als verloren, und das ist keine Übertreibung: Es gibt dort nichts zu holen, was den Weg wert wäreund niemanden zu retten, der noch zu retten wäre. Was dort wächstist schwarzfleischig und hungrigWas dort lebterinnert sich an kein natürliches Verhalten mehr.+<nodisp group:spielleitung><i fa fa-lock></i>Die Kirche des Sor erklärt diese Landstriche zur Gottesstrafe. Sie schickt keine Soldaten hinein und baut keine Mauern darum. Sie warnt nur davorsie nicht zu betretenmit der ruhigen Gewissheitdass Leutendie nicht hören, ohnehin nicht zurückkommen, um zu widersprechenInsgeheim haben die Soristen aber Angstdass in den Finsterlanden verbotene Gegenstände und Zeugnisse der Vergangenheit gefunden werden.</nodisp>
  
-Die Kirche des Sor erklärt diese Landstriche zur Gottesstrafe. Sie schickt keine Soldaten hinein und baut keine Mauern darum. Sie warnt nur — mit der ruhigen Gewissheit von Leuten, die wissen, dass niemand zurückkommt, um ihnen zu widersprechen. 
  
 ==== Die Ränder ==== ==== Die Ränder ====
  
-Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. +Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. Dörfer am Rand der Fisnterlande kennen ihre eigenen Regeln. Es werden Steinmale errichtet, die den letzten sicheren Punkt markieren. Wer an einem solchen Rand lebt, weiß bis auf den Schritt genau, wo er umkehrt. Und jedes Jahr steht das Steinmal ein Stück weiter in Richtung Dorf.
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-Dörfer am Rand kennen ihre eigenen RegelnSteinmale, die den letzten sicheren Punkt markieren. Kinder, die man nie in eine bestimmte Richtung schickt. Weiden, die man vor zwanzig Jahren noch nutzen konnte. Wer an einem solchen Rand lebt, weiß bis auf den Schritt genau, wo er umkehrt. +
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-Und jedes Jahr steht das Steinmal ein Stück weiter im Dorf. +
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-===== Was man sich erzählt =====+
  
-Keine dieser Erklärungen ist bewiesen. Alle haben Anhänger.+=== Gerüchte ===
  
-  * **Die Lehre der Kirche:** Der Staub ist die Strafe für den Frevel der Elfen, die sich gegen Sor erhoben. Die Finsternis ist Dhargass' Maul, das sich öffnet. Wer rein lebt, wird das Licht wiedersehen+  * Der Staub ist die Strafe für den Frevel der Elfen, die sich gegen Sor erhoben.  
-  * **Was die Alten murmeln:** Es gab eine Zeit vorher. Manche behaupten, ihre Großeltern hätten die Sonne noch gesehen. Solche Sätze spricht man nicht laut aus. +  * Die Finsternis ist Dhargass' Maul, das sich öffnet. Er versucht die Welt zu verschlingen
-  * **Was Fuhrleute sagen:** Der Staub liegt nicht überall gleich. Es gibt Gegendenin denen die Luft klarer ist und die Ernte besser — und keiner weiß, warumMan nennt es Glück und zieht dorthin, wenn man kann+  * Es gab eine Zeit vorher. Manche behaupten, ihre Großeltern hätten die Sonne noch gesehen. Solche Sätze spricht man nicht laut aus. 
-  * **Was Bergleute sagen:** Tief unter Tage ist kein Staub. Wer lange genug unten bleibt, hustet weniger. Manche gehen deshalb nicht mehr hoch.+  * Der Staub liegt nicht überall gleich. Es gibt Stellen, die meidet er vollständigHier berühren Sors Strahlen noch Ghens Oberfläche
 +  * Tief unter Tage ist kein Staub. 
  
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-//Siehe auch:// [[spielwelt:widrigkeiten_widersacher:start|Widrigkeiten & Widersacher]] · [[spielwelt:bibliothek:zeitachse|Zeitachse]] 
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  • Zuletzt geändert: 15.09.2026 20:23
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