spielwelt:finsternis

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spielwelt:finsternis [13.09.2026 23:15] Voigtspielwelt:finsternis [15.09.2026 20:23] (aktuell) Voigt
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 > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." (Fragment eines verbotenen Manuskripts, Verfasser unbekannt) > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." (Fragment eines verbotenen Manuskripts, Verfasser unbekannt)
  
-Der Staub ist allgegenwärtig, jeder kennt ihn. Er ist ein fester Bestandteil der Welt und immer da, so selbstverständlich wie grauer Himmel und nasse Straßen nach dem Regen. Er gehört zum Wetter, und somit kein kein besonderes Ereignis, über das man spricht. Tagsüber erscheint der Staub als kaum sichtbare Schwebung, ein leichter Schleier, der das Sonnenlicht bricht und den Himmel in ein schmutzig-gelbgraues Zwielicht taucht. Die Sonne selbst ist nur ein verwaschener, blasser Fleck dahinter, ewig gedämpft. Oft liegt er morgens auf den Fensterbrettern, setzt sich auf Stoffe, tränkt die Luft an manchen Tagen mit einem schwachen, metallischen Nachgeschmack. Je nach Wind und vorherigem Regen liegt er mal dichter, mal dünner in der Luft. Mancherorts hängt der Staub tiefer und verhüllt wie ein ewiger Nebel ganze Landstriche, manchmal so dicht, dass er sogar Geräusche zu verschlucken scheint. +Der Staub ist allgegenwärtig, jeder kennt ihn. Er ist ein fester Bestandteil der Welt und immer da, so selbstverständlich wie grauer Himmel und nasse Straßen nach dem Regen. Er gehört zum Wetter, und ist somit kein besonderes Ereignis, über das man spricht. Tagsüber erscheint der Staub als kaum sichtbare Schwebung, ein leichter Schleier, der das Sonnenlicht bricht und den Himmel in ein schmutzig-gelbgraues Zwielicht taucht. Die Sonne selbst ist nur ein verwaschener, blasser Fleck dahinter, ewig gedämpft. Oft liegt er morgens auf den Fensterbrettern, setzt sich auf Stoffe, tränkt die Luft an manchen Tagen mit einem schwachen, metallischen Nachgeschmack. Je nach Wind und vorherigem Regen liegt er mal dichter, mal dünner in der Luft. Mancherorts hängt der Staub tiefer und verhüllt wie ein ewiger Nebel ganze Landstriche, manchmal so dicht, dass er sogar Geräusche zu verschlucken scheint. 
  
 ===== Die Nacht ===== ===== Die Nacht =====
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 ===== Die Finsternis ===== ===== Die Finsternis =====
  
-> Sie waren von Weg abgekommen und verschollen. Erst nach drei Tagen gelang es einer Gruppe von Freiwilligen, unter der Führung des ehrenwerten Beamten Linnher Reubenschild, Spuren am Rande des Süllmoores auszumachen. Von den vier vermissten Karren fand man einen rasch mit gebrochener Achse. Die anderen drei steckten halb versunken im Moor. Großteilig zersplittert und blutbespritzt ragten sie wie tote Gerippe aus dem Nebel. Unzählige Kadaver fand man, ebenso zerfetzt wie die Karren. Reubenschild wollte fast aufgeben und umkehren, als einer der suchenden Schäfer ein leises Wimmern tief im Nebel vernahm. Heldengleich und mit einem Seil gesichert stampfte er den Geräuschen folgend immer tiefer in die Finsternis. Seine gellenden Schreie erfüllten das Moor, als man ihn verzweifelt am Seil zurückzog. Er war kaum noch bei klarem Verstand und umklammerte den blau gefrorenen Körper einer jungen Frau. Scheinbar hatte er die letzte Überlebende des Wagenzuges gefunden. Sie wurde nach Arkanar gebracht und versorgt, genau wie der Schäfer. Reubenschild sprach von einem Wunder und vom Willen Sors, dass die junge Frau unverletzt war und schwanger noch dazu. Zu ihrem Glück konnte sie sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern. Der Schäfer wurde als Held gefeiert und von allen bejubelt. Der Jubel nahm ab, als der Bauch der Schwangeren in den nächsten Wochen unnatürlich schnell fülliger wurde. Vom Jubel keine Spur mehr, als die Mutter unter extremen Schmerzen eine deformierte Missgeburt gebar.+//Sie waren von Weg abgekommen und verschollen. Erst nach drei Tagen gelang es einer Gruppe von Freiwilligen, unter der Führung des ehrenwerten Beamten Linnher Reubenschild, Spuren am Rande des Süllmoores auszumachen. Von den vier vermissten Karren fand man einen rasch mit gebrochener Achse. Die anderen drei steckten halb versunken im Moor. Großteilig zersplittert und blutbespritzt ragten sie wie tote Gerippe aus dem Nebel. Unzählige Kadaver fand man, ebenso zerfetzt wie die Karren. Reubenschild wollte fast aufgeben und umkehren, als einer der suchenden Schäfer ein leises Wimmern tief im Nebel vernahm. Heldengleich und mit einem Seil gesichert stampfte er den Geräuschen folgend immer tiefer in die Finsternis. Seine gellenden Schreie erfüllten das Moor, als man ihn verzweifelt am Seil zurückzog. Er war kaum noch bei klarem Verstand und umklammerte den blau gefrorenen Körper einer jungen Frau. Scheinbar hatte er die letzte Überlebende des Wagenzuges gefunden. Sie wurde nach Arkanar gebracht und versorgt, genau wie der Schäfer. Reubenschild sprach von einem Wunder und vom Willen Sors, dass die junge Frau unverletzt war und schwanger noch dazu. Zu ihrem Glück konnte sie sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern. Der Schäfer wurde als Held gefeiert und von allen bejubelt. Der Jubel nahm ab, als der Bauch der Schwangeren in den nächsten Wochen unnatürlich schnell fülliger wurde. Vom Jubel keine Spur mehr, als die Mutter unter extremen Schmerzen eine deformierte Missgeburt gebar.// (vgl. [[.:finsternis:suellmoor_bericht|Amtsbericht: Der Vorfall am Süllmoor]])
  
-++++Amtsbericht: Der Vorfall am Süllmoor| 
-===== Amtsbericht: Der Vorfall am Süllmoor ===== 
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-//Abschrift aus dem Amtsregister zu Arkanar. Die Akte wurde nach dem zweiten Nachtrag geschlossen und dem Archiv der Sorkirche übergeben. Die Abschrift ist unvollständig; mindestens ein Blatt fehlt.// 
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-<WRAP box> 
-**AMTSREGISTER ARKANAR — VORGANG 217/33** 
- 
-**Betreff:** Vermisstenfall Handelszug Osswin; Bergung; Verlustfeststellung\\ 
-Aufgenommen am zwölften Tag des Mart, im Jahre 33 nach Bazz durch Linnher Reubenschild, Inspektor der Wegeaufsicht Arkanars. 
-**Vorzulegen:** dem Rat zu Arkanar sowie der Priorin der Sorkiche Arkanars 
-</WRAP> 
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-=== I. Vorgang === 
-Am fünften Tag des Mart wurde der Handelszug des Kaufmanns Delbert Osswin, bestehend aus vier Fuhrwerken nebst Zugtieren und einer Begleitmannschaft von elf Personen, in Arkanar erwartet und traf nicht ein. Nach Aussage des Wirtes zu Nieder-Süll hatte der Wagenzug die dortige Herberge am dritten Tag vor der Abendglocke verlassen, mit dem erklärten Ziel, die Wegkreuzung noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Nach eigener Aussage hat der Wirt dringlich von der Weiterfahrt abgeraten. Es wird vermerkt, dass der Kaufmann Osswin sich über diesen Rat hinweggesetzt hat. Der Zug ist vom Weg abgekommen. Wie es dazu kam, ließ sich nicht ermitteln. 
- 
-=== II. Suche und Auffindung === 
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-Der Berichterstatter hat am achten Tag eine aus neunzehn Personen bestehende Freiwilligenmannschaft zusammengestellt, darunter sieben Schäfer der umliegenden Weiden, welche die Wege am Rande des Süllmoores kennen und einen ebenfalls ortkundigen Jäger. Am dritten Tag der Suche wurden Spuren am Rand des Moores ausgemacht. Das erste Fuhrwerk wurde nach kurzer Suche mit gebrochener Achse gefunden. Es stand ordentlich am Wegrand, wies weder Kampf- noch Blutspuren auf. 
-Die weiteren Fuhrwerke wurden eine Passage weiter halb im Moor versunken gefunden. Alle drei in erheblichem Maße beschädigt. Zahlreiche Splitterungen am Holz, sowie ausgedehnte Blutspuren wurden festgestellt. Ebenso fanden sich Veränderungen am umliegenden Bewuchs, die der Berichterstatter nicht erklären kann und daher nicht weiter beschreibt. Es wurden zahlreiche Kadaver der Zugtiere aufgefunden, sämtlich in gleicher Weise zerteilt wie die Fuhrwerke. Wie viele ursprünglich acht Auer es waren, vermochte selbst der begleitende Jäger nicht eindeutig zu klären. 
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-Keine der elf Personen der Begleitmannschaft wurde aufgefunden, weder lebend noch verstorben. Aufgrund des zunehmenden Nebels und der fortgeschritten Tagesstunde, wurde vom Berichterstatter erwogen, die Suche abzubrechen, was bei der Suchmannschaft auf Zustimmung stieß.  
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-=== III. Bergung === 
- 
-Unmittelbar vor Abbruch der Suche vernahm der Schäfer Wetzel Kargs aus Nieder-Süll ein Wimmern aus dem Moor, in Richtung der dichteren Finsternis. Das Geräusch wurde durch weitere Anwesende bestätigt. Kargs erklärte sich bereit, an einem Seil gesichert, in die Finsternis einzutreten, um dem Geräusch nachzugehen. Der Berichterstatter hält fest, dass dies auf Kargs eigenen Entschluss erfolgte. Über die Dauer der folgenden Ereignisse liegen Abweichende Angaben vor. Der Berichterstatter schätzt sie auf weniger als eine Viertelstunde, wohingegen drei der Anwesendes unabhängig voneinander angaben, es sei erheblich länger gewesen. 
-Während bereits seit einiger Zeit Schreie von Kargs zu  hören war, ruckte das Seil. Man zog Kargs zurück, der während des gesamten Vorgangs nicht aufhörte zu schreien. Bei seinem Austritt war er nicht ansprechbar und erst eine Ohrfeige beendete das Schreien. Er hielt eine junge Frau umklammert, unterkühlt und unbekleidet. Sie lebte. 
- 
-=== IV. Verbleib der Betroffenen === 
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-Kargs und die Junge Frau wurden nach Arkanar in das Hospital der Reriten übergeben, wo Kargs binnen zweier Tage die Sprache wiedererlangt. Er konnte keine verwertbare Aussage zu dem machen, was er in der Finsternis erlebt hat. Der Berichterstatter hat auf weitere Befragung verzichtet. Die geborgene junge Frau wurde als Alwine Tessers ter Osswin identifiziert, siebzehn Jahre und Küchenmagd im Dienste des Kaufmanns Osswin. Sie ist die einzige Überlebende des Zuges. 
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-Es wird ausdrücklich vermerkt, dass die Genannte keinerlei Verletzungen aufwies. Mehrfache Untersuchungen haben dies bestätigt. Sie erinnert sich nicht an die Geschehnisse. Ihre Erinnerungen setzen erst im Hospital wieder ein. Ferner wurde bei der Untersuchung festgestellt, dass die Genannte schwanger ist. 
- 
-=== V. Beurteilung des Berichterstatters === 
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-Der Berichterstatter sieht sich außerstande, den Hergang zu erklären, und enthält sich einer Vermutung. 
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-Dass ein Mensch drei Tage in der Finsternis zubringt und unverletzt daraus hervorgeht, ist nach aller Erfahrung nicht möglich. Der Berichterstatter erblickt darin das Wirken Sors und empfiehlt, es als solches als Wunder in die Register einzutragen. 
- 
-Der Schäfer Wetzel Kargs hat sich verdient gemacht. Es wird beantragt, ihm die Aufwandsentschädigung der Wegeaufsicht auszuzahlen und ihn dem Rat zu Arkanar zur Auszeichnung vorzuschlagen. 
- 
-Die elf Vermissten sind für tot zu erklären. 
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-//gez. Linnher Reubenschild, Inspektor der Wegeaufsicht// 
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-=== Nachtrag I === 
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-//aufgenommen am neunten Tag Avril// 
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-Zu Vorgang 217/33 ist folgendes nachzutragen: Die Schwangerschaft der Alwine Tessers ter Osswin schreitet in einem Maße voran, das die Reriten als nicht regelgerecht bezeichnen. Nach ihrer Schätzung liegt der äußere Befund um etwa das Dreifache vor dem, was der verstrichenen Zeit entspräche. Dies zusammen mit der Tatsche, dass die Genannte kaum schläft und die Nahrung verweigert, gibt Anlass zu Erörterungen in der Gemeinde. Sie klagt weiterhin über starke Schmerzen und äußert, sie höre etwas. Auf Nachfrage konnte sie nicht angeben, was. Der Prior der Gemeinde hat von der Sache Kenntnis genommen und ist zweimal im Hospital vorstellig geworden. Der Berichterstatter war bei diesen Besuchen nicht zugegen. 
- 
-Die für den Schäfer Kargs beantragte Auszeichnung ist bis auf weiteres zurückgestellt worden. Ein Grund wurde dem Berichterstatter nicht mitgeteilt. 
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-//gez. L. Reubenschild// 
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-=== Nachtrag II === 
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-//aufgenommen am zweiten Tag des Maien// 
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-Die Niederkunft erfolgte in der Nacht. Sie dauerte von der Abendglocke bis in die Frühstunden. Ein Arzt und zwei Hebammen waren zugegen, ferner der Prior der Gemeinde. Die Mutter hat überlebt. Das Kind war nicht regelgerecht gebildet. Der Berichterstatter hat das Kind nicht in Augenschein genommen und wird dies nicht nachholen. Die anwesende Hebamme Grete Wollmars hat den Dienst noch in derselben Nacht niedergelegt und Arkanar verlassen. 
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-Der Prior hat die weitere Behandlung des Vorgangs an sich gezogen. Er hat angeordnet, dass hierzu keine Eintragung in das Amtsregister erfolgt. Der Berichterstatter kommt dieser Anordnung nach und vermerkt lediglich, dass sie ergangen ist. Über den Verbleib des Kindes ist dem Berichterstatter nichts bekannt. 
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-//gez. L. Reubenschild// 
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-<WRAP box> 
-**Randvermerk, fremde Hand, andere Tinte:** 
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-//Vorgang geprüft. Der Eintrag über das Wirken Sors bleibt bestehen; die Errettung der Tessers ist als Gnadenzeichen zu führen. Die Nachträge I und II sind für die Registerabschrift nicht zu berücksichtigen.// 
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-//Der Schäfer Karg ist zur Vorsprache geladen. Er ist nicht erschienen und in Nieder-Süll nicht mehr angetroffen worden.// 
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-//Akte geschlossen.// 
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-— //Prior C. A., im Soren des Jahres 33 n. B.// 
-</WRAP> 
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 > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." (Pekka, Schafhirte aus Estorien) > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." (Pekka, Schafhirte aus Estorien)
  
-Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib alles Leben darauf zu vergiften, zu verformen, zu quälen. Der Staub frisst das Licht und verändert das Leben. Jedes Lebendas die Finsternis länger berührt, wird von ihr gezeichnet und verändert. Nicht immer besteht diese Veränderung in nach Außen sichtbaren Deformationen und Verwachsungen, nicht weniger teuflisch sind Veränderungen der Seele, des Charakters. Die Finsternis weckt die dunklen Seiten eines jeden.+Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib zu erobern, alles Leben darauf zu vergiften, zu verformen, zu quälen, entsteht die Finsternis. 
  
-**Die Finsterlande.** Einige Landstriche auf Ghen sind auch tagsüber von der Finsternis verschlucktHier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl von Sors Licht durch. Jedes Leben tut sich gut darandiese Landstriche zu meidenDenn Menschen die hinein geraten kehren nicht zurück, und wenn doch nicht als sie selbstDiese Finsterlande sind für immer verlorenDort geht Dhargass nicht nachts auf, er geht auch tagsüber nie unter.+**Die Finsternis verändert das Leben.** Der Staub frisst das Licht und verändert das LebenWas die Finsternis länger berührt, wird von ihr gezeichnet, nicht immer durch offensichtliche Deformationen und Verwachsungensondern oft unsichtbarer und gerade deshalb teuflischerDie Finsternis verändert die Seele, den Charakter. Wer Stunden in ihr verbracht hatkommt vielleicht unversehrt heraus und ist trotzdem nicht mehr derselbeDas merken zuerst die, die einen kennenMan spricht anders. Man entscheidet anders. Manchmal legt sich das nach genug Zeit in Sors Licht. Manchmal nicht.
  
 +**Eigenschaften der Finsternis.** Die Finsternis sieht aus wie Nebel aber benimmt sich nicht so. Sie sinkt nie ganz zu Boden, als wäre sie leichter als Luft. Und trotzdem bewegt sie sich manchmal gegen den Wind. Einige behaupten, sie kann augenblicklich ihre Richtung ändern. Sie fühlt sich eiskalt an, aber verbrennt dennoch deine Haut. Sie dämpft jeden Laut. Schritte werden zu Flüstern und Rufe verhallen nach wenigen Metern. Aber schlimmer noch ist, dass sie das Licht verschluckt. Fackeln brennen weiter, man sieht die Flamme, aber ihr Schein kommt nicht durch. Deswegen brennt nachts in jedem Haus eine Kerze. Wenn ihr Lichtschein schwindet, ist böses nahe. Am gefährlichsten ist aber, dass die Finsternis orientierungslos macht. Ohne Geräusch und Sicht, verliert man schnell die Richtung. Oft so vollständig, dass man im Kreis geht, ohne es zu merken.
  
 +==== Die Finsterlande -- verlorenen Landstriche ====
  
 +Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. Diese Landstriche sind auch tagsüber von der Finsternis verschluckt. Hier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl von Sors Licht durch. Sie gelten als verloren, und das ist keine Übertreibung: Es gibt dort nichts zu holen, was den Weg wert wäre, und niemanden zu retten, der noch zu retten wäre. Was dort wächst, ist schwarz und hungrig. Was dort lebt, erinnert sich an kein natürliches Verhalten mehr. Jedes Leben tut sich gut daran, diese Landstriche zu meiden. Denn Menschen die hinein geraten kehren nicht zurück, und wenn doch, nicht als sie selbst. 
  
 +<nodisp group:spielleitung><i fa fa-lock></i>Die Kirche des Sor erklärt diese Landstriche zur Gottesstrafe. Sie schickt keine Soldaten hinein und baut keine Mauern darum. Sie warnt nur davor, sie nicht zu betreten, mit der ruhigen Gewissheit, dass Leuten, die nicht hören, ohnehin nicht zurückkommen, um zu widersprechen. Insgeheim haben die Soristen aber Angst, dass in den Finsterlanden verbotene Gegenstände und Zeugnisse der Vergangenheit gefunden werden.</nodisp>
  
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-==== Wie sie sich verhält ==== 
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-Sie sieht aus wie Nebel und benimmt sich nicht so: 
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-  * Sie **sinkt nie ganz zu Boden**, als wäre sie leichter als Luft — und bewegt sich manchmal trotzdem gegen den Wind. 
-  * Sie **verbrennt** Haut und Blattwerk und **fühlt sich dabei eiskalt an**. Beide Beobachtungen stimmen. 
-  * Sie **verschluckt Licht.** Die Fackel brennt weiter, man sieht die Flamme — aber ihr Schein kommt nicht durch. 
-  * Sie **dämpft jeden Laut.** Schritte werden zu Flüstern, Rufe verhallen nach wenigen Schritten. 
-  * Wer lange in ihr steht, **verliert die Richtung** so vollständig, dass er im Kreis geht, ohne es zu merken. 
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-==== Was sie mit Lebendem macht ==== 
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-Was die Finsternis länger berührt, wird gezeichnet. Verwachsungen und Missbildungen kommen vor — aber die stilleren Veränderungen sind die schlimmeren. 
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-Die Finsternis weckt die dunklen Seiten eines jeden. Sie erschafft nichts Neues; sie holt hervor, was da war, und macht es zur beherrschenden Kraft. Wer Stunden in ihr verbracht hat, kommt vielleicht unversehrt heraus — und ist trotzdem nicht mehr derselbe. Das merken zuerst die, die ihn kennen. Er spricht anders. Er entscheidet anders. 
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-Manchmal legt sich das nach genug Zeit im Licht. Manchmal nicht. 
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-==== Die verlorenen Landstriche ==== 
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-Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. 
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-Gebiete unter dauerhafter Finsternis gelten als verloren, und das ist keine Übertreibung: Es gibt dort nichts zu holen, was den Weg wert wäre, und niemanden zu retten, der noch zu retten wäre. Was dort wächst, ist schwarz, fleischig und hungrig. Was dort lebt, erinnert sich an kein natürliches Verhalten mehr. 
- 
-Die Kirche des Sor erklärt diese Landstriche zur Gottesstrafe. Sie schickt keine Soldaten hinein und baut keine Mauern darum. Sie warnt nur — mit der ruhigen Gewissheit von Leuten, die wissen, dass niemand zurückkommt, um ihnen zu widersprechen. 
  
 ==== Die Ränder ==== ==== Die Ränder ====
  
-Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. +Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. Dörfer am Rand der Fisnterlande kennen ihre eigenen Regeln. Es werden Steinmale errichtet, die den letzten sicheren Punkt markieren. Wer an einem solchen Rand lebt, weiß bis auf den Schritt genau, wo er umkehrt. Und jedes Jahr steht das Steinmal ein Stück weiter in Richtung Dorf.
- +
-Dörfer am Rand kennen ihre eigenen RegelnSteinmale, die den letzten sicheren Punkt markieren. Kinder, die man nie in eine bestimmte Richtung schickt. Weiden, die man vor zwanzig Jahren noch nutzen konnte. Wer an einem solchen Rand lebt, weiß bis auf den Schritt genau, wo er umkehrt. +
- +
-Und jedes Jahr steht das Steinmal ein Stück weiter im Dorf. +
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-===== Was man sich erzählt =====+
  
-Keine dieser Erklärungen ist bewiesen. Alle haben Anhänger.+=== Gerüchte ===
  
-  * **Die Lehre der Kirche:** Der Staub ist die Strafe für den Frevel der Elfen, die sich gegen Sor erhoben. Die Finsternis ist Dhargass' Maul, das sich öffnet. Wer rein lebt, wird das Licht wiedersehen+  * Der Staub ist die Strafe für den Frevel der Elfen, die sich gegen Sor erhoben.  
-  * **Was die Alten murmeln:** Es gab eine Zeit vorher. Manche behaupten, ihre Großeltern hätten die Sonne noch gesehen. Solche Sätze spricht man nicht laut aus. +  * Die Finsternis ist Dhargass' Maul, das sich öffnet. Er versucht die Welt zu verschlingen
-  * **Was Fuhrleute sagen:** Der Staub liegt nicht überall gleich. Es gibt Gegendenin denen die Luft klarer ist und die Ernte besser — und keiner weiß, warumMan nennt es Glück und zieht dorthin, wenn man kann+  * Es gab eine Zeit vorher. Manche behaupten, ihre Großeltern hätten die Sonne noch gesehen. Solche Sätze spricht man nicht laut aus. 
-  * **Was Bergleute sagen:** Tief unter Tage ist kein Staub. Wer lange genug unten bleibt, hustet weniger. Manche gehen deshalb nicht mehr hoch.+  * Der Staub liegt nicht überall gleich. Es gibt Stellen, die meidet er vollständigHier berühren Sors Strahlen noch Ghens Oberfläche
 +  * Tief unter Tage ist kein Staub. 
  
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-//Siehe auch:// [[spielwelt:widrigkeiten_widersacher:start|Widrigkeiten & Widersacher]] · [[spielwelt:bibliothek:zeitachse|Zeitachse]] 
  • spielwelt/finsternis.1789334137.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 13.09.2026 23:15
  • von Voigt