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| spielwelt:finsternis [13.09.2026 23:18] – [Die verlorenen Landstriche] Voigt | spielwelt:finsternis [15.09.2026 20:23] (aktuell) – Voigt | ||
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| > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." | > "Er ist überall. Er ist in deinen Lungen, wenn du einatmest. Auf deiner Haut, wenn du die Hand ausstreckst. Und in deinen Augen, wenn Sor untergeht und Dhârgass die Welt schwarz werden lässt. Die Priester sagen, er ist Sors Prüfung. Die alten Weiber sagen, er ist ein Fluch. Vielleicht haben beide Recht." | ||
| - | Der Staub ist allgegenwärtig, | + | Der Staub ist allgegenwärtig, |
| ===== Die Nacht ===== | ===== Die Nacht ===== | ||
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| ===== Die Finsternis ===== | ===== Die Finsternis ===== | ||
| - | > Sie waren von Weg abgekommen und verschollen. Erst nach drei Tagen gelang es einer Gruppe von Freiwilligen, | + | > //Sie waren von Weg abgekommen und verschollen. Erst nach drei Tagen gelang es einer Gruppe von Freiwilligen, |
| - | ++++Amtsbericht: | ||
| - | ===== Amtsbericht: | ||
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| - | //Abschrift aus dem Amtsregister zu Arkanar. Die Akte wurde nach dem zweiten Nachtrag geschlossen und dem Archiv der Sorkirche übergeben. Die Abschrift ist unvollständig; | ||
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| - | <WRAP box> | ||
| - | **AMTSREGISTER ARKANAR — VORGANG 217/33** | ||
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| - | **Betreff: | ||
| - | Aufgenommen am zwölften Tag des Mart, im Jahre 33 nach Bazz durch Linnher Reubenschild, | ||
| - | **Vorzulegen: | ||
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| - | === I. Vorgang === | ||
| - | Am fünften Tag des Mart wurde der Handelszug des Kaufmanns Delbert Osswin, bestehend aus vier Fuhrwerken nebst Zugtieren und einer Begleitmannschaft von elf Personen, in Arkanar erwartet und traf nicht ein. Nach Aussage des Wirtes zu Nieder-Süll hatte der Wagenzug die dortige Herberge am dritten Tag vor der Abendglocke verlassen, mit dem erklärten Ziel, die Wegkreuzung noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Nach eigener Aussage hat der Wirt dringlich von der Weiterfahrt abgeraten. Es wird vermerkt, dass der Kaufmann Osswin sich über diesen Rat hinweggesetzt hat. Der Zug ist vom Weg abgekommen. Wie es dazu kam, ließ sich nicht ermitteln. | ||
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| - | === II. Suche und Auffindung === | ||
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| - | Der Berichterstatter hat am achten Tag eine aus neunzehn Personen bestehende Freiwilligenmannschaft zusammengestellt, | ||
| - | Die weiteren Fuhrwerke wurden eine Passage weiter halb im Moor versunken gefunden. Alle drei in erheblichem Maße beschädigt. Zahlreiche Splitterungen am Holz, sowie ausgedehnte Blutspuren wurden festgestellt. Ebenso fanden sich Veränderungen am umliegenden Bewuchs, die der Berichterstatter nicht erklären kann und daher nicht weiter beschreibt. Es wurden zahlreiche Kadaver der Zugtiere aufgefunden, | ||
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| - | Keine der elf Personen der Begleitmannschaft wurde aufgefunden, | ||
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| - | === III. Bergung === | ||
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| - | Unmittelbar vor Abbruch der Suche vernahm der Schäfer Wetzel Kargs aus Nieder-Süll ein Wimmern aus dem Moor, in Richtung der dichteren Finsternis. Das Geräusch wurde durch weitere Anwesende bestätigt. Kargs erklärte sich bereit, an einem Seil gesichert, in die Finsternis einzutreten, | ||
| - | Während bereits seit einiger Zeit Schreie von Kargs zu hören war, ruckte das Seil. Man zog Kargs zurück, der während des gesamten Vorgangs nicht aufhörte zu schreien. Bei seinem Austritt war er nicht ansprechbar und erst eine Ohrfeige beendete das Schreien. Er hielt eine junge Frau umklammert, unterkühlt und unbekleidet. Sie lebte. | ||
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| - | === IV. Verbleib der Betroffenen === | ||
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| - | Kargs und die Junge Frau wurden nach Arkanar in das Hospital der Reriten übergeben, wo Kargs binnen zweier Tage die Sprache wiedererlangt. Er konnte keine verwertbare Aussage zu dem machen, was er in der Finsternis erlebt hat. Der Berichterstatter hat auf weitere Befragung verzichtet. Die geborgene junge Frau wurde als Alwine Tessers ter Osswin identifiziert, | ||
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| - | Es wird ausdrücklich vermerkt, dass die Genannte keinerlei Verletzungen aufwies. Mehrfache Untersuchungen haben dies bestätigt. Sie erinnert sich nicht an die Geschehnisse. Ihre Erinnerungen setzen erst im Hospital wieder ein. Ferner wurde bei der Untersuchung festgestellt, | ||
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| - | === V. Beurteilung des Berichterstatters === | ||
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| - | Der Berichterstatter sieht sich außerstande, | ||
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| - | Dass ein Mensch drei Tage in der Finsternis zubringt und unverletzt daraus hervorgeht, ist nach aller Erfahrung nicht möglich. Der Berichterstatter erblickt darin das Wirken Sors und empfiehlt, es als solches als Wunder in die Register einzutragen. | ||
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| - | Der Schäfer Wetzel Kargs hat sich verdient gemacht. Es wird beantragt, ihm die Aufwandsentschädigung der Wegeaufsicht auszuzahlen und ihn dem Rat zu Arkanar zur Auszeichnung vorzuschlagen. | ||
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| - | Die elf Vermissten sind für tot zu erklären. | ||
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| - | //gez. Linnher Reubenschild, | ||
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| - | === Nachtrag I === | ||
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| - | Zu Vorgang 217/33 ist folgendes nachzutragen: | ||
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| - | Die für den Schäfer Kargs beantragte Auszeichnung ist bis auf weiteres zurückgestellt worden. Ein Grund wurde dem Berichterstatter nicht mitgeteilt. | ||
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| - | //gez. L. Reubenschild// | ||
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| - | === Nachtrag II === | ||
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| - | Die Niederkunft erfolgte in der Nacht. Sie dauerte von der Abendglocke bis in die Frühstunden. Ein Arzt und zwei Hebammen waren zugegen, ferner der Prior der Gemeinde. Die Mutter hat überlebt. Das Kind war nicht regelgerecht gebildet. Der Berichterstatter hat das Kind nicht in Augenschein genommen und wird dies nicht nachholen. Die anwesende Hebamme Grete Wollmars hat den Dienst noch in derselben Nacht niedergelegt und Arkanar verlassen. | ||
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| - | Der Prior hat die weitere Behandlung des Vorgangs an sich gezogen. Er hat angeordnet, dass hierzu keine Eintragung in das Amtsregister erfolgt. Der Berichterstatter kommt dieser Anordnung nach und vermerkt lediglich, dass sie ergangen ist. Über den Verbleib des Kindes ist dem Berichterstatter nichts bekannt. | ||
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| - | //gez. L. Reubenschild// | ||
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| - | **Randvermerk, | ||
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| - | //Vorgang geprüft. Der Eintrag über das Wirken Sors bleibt bestehen; die Errettung der Tessers ist als Gnadenzeichen zu führen. Die Nachträge I und II sind für die Registerabschrift nicht zu berücksichtigen.// | ||
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| - | //Der Schäfer Karg ist zur Vorsprache geladen. Er ist nicht erschienen und in Nieder-Süll nicht mehr angetroffen worden.// | ||
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| - | //Akte geschlossen.// | ||
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| - | — //Prior C. A., im Soren des Jahres 33 n. B.// | ||
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| > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." | > "Sie umgibt dich, hüllt dich ein und überzieht alles an dir mit einem eiskalten Schauer, sie kriecht dir unter die Haut und lässt dich wahnsinnig werden." | ||
| - | Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib alles Leben darauf zu vergiften, zu verformen, zu quälen. Der Staub frisst das Licht und verändert das Leben. Jedes Leben, das die Finsternis | + | Die Finsternis ist mehr als nur Dunkelheit, mehr als das Fehlen von Licht. Sie ist das Böse. Das Böse in seiner reinsten, elementarsten Form. Durch den zusammengeballten Staub, den Dhârgass nutzt um Gehns Leib zu erobern, |
| - | **Die Finsterlande.** Einige Landstriche auf Ghen sind auch tagsüber von der Finsternis verschluckt. Hier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl | + | **Die Finsternis verändert das Leben.** Der Staub frisst das Licht und verändert das Leben. Was die Finsternis länger berührt, wird von ihr gezeichnet, nicht immer durch offensichtliche Deformationen und Verwachsungen, sondern oft unsichtbarer und gerade deshalb teuflischer. Die Finsternis verändert |
| - | + | **Eigenschaften der Finsternis.** Die Finsternis | |
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| - | Sie sieht aus wie Nebel und benimmt sich nicht so: | + | |
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| - | * Sie **sinkt nie ganz zu Boden**, als wäre sie leichter als Luft — und bewegt sich manchmal | + | |
| - | * Sie **verbrennt** Haut und Blattwerk und **fühlt sich dabei eiskalt an**. Beide Beobachtungen stimmen. | + | |
| - | * Sie **verschluckt | + | |
| - | * Sie **dämpft jeden Laut.** Schritte werden zu Flüstern, Rufe verhallen nach wenigen Schritten. | + | |
| - | * Wer lange in ihr steht, **verliert die Richtung** so vollständig, | + | |
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| - | ==== Was sie mit Lebendem macht ==== | + | |
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| - | Was die Finsternis länger berührt, wird gezeichnet. Verwachsungen und Missbildungen kommen vor — aber die stilleren Veränderungen sind die schlimmeren. | + | |
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| - | Die Finsternis weckt die dunklen Seiten eines jeden. Sie erschafft nichts Neues; sie holt hervor, was da war, und macht es zur beherrschenden Kraft. Wer Stunden in ihr verbracht hat, kommt vielleicht unversehrt heraus — und ist trotzdem nicht mehr derselbe. Das merken zuerst die, die ihn kennen. Er spricht anders. Er entscheidet anders. | + | |
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| - | Manchmal legt sich das nach genug Zeit im Licht. Manchmal nicht. | + | |
| ==== Die Finsterlande -- verlorenen Landstriche ==== | ==== Die Finsterlande -- verlorenen Landstriche ==== | ||
| - | Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. | + | Auf alten Karten tragen sie noch Namen. Auf neuen sind sie leere Flächen, wenn sie überhaupt eingezeichnet sind. Diese Landstriche sind auch tagsüber von der Finsternis verschluckt. Hier dringt zu keiner Tageszeit auch nur ein Strahl von Sors Licht durch. Sie gelten als verloren, und das ist keine Übertreibung: |
| - | Gebiete unter dauerhafter Finsternis gelten als verloren, | + | <nodisp group: |
| - | Die Kirche des Sor erklärt diese Landstriche zur Gottesstrafe. Sie schickt keine Soldaten hinein und baut keine Mauern darum. Sie warnt nur — mit der ruhigen Gewissheit von Leuten, die wissen, dass niemand zurückkommt, | ||
| ==== Die Ränder ==== | ==== Die Ränder ==== | ||
| - | Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. | + | Wichtiger für den Alltag als die Kerngebiete sind ihre **Ränder**. Finsternis ist nicht scharf begrenzt; sie franst aus, atmet, verschiebt sich über Jahre. Dörfer am Rand der Fisnterlande |
| - | + | ||
| - | Dörfer am Rand kennen ihre eigenen Regeln: Steinmale, die den letzten sicheren Punkt markieren. Kinder, die man nie in eine bestimmte Richtung schickt. Weiden, die man vor zwanzig Jahren noch nutzen konnte. Wer an einem solchen Rand lebt, weiß bis auf den Schritt genau, wo er umkehrt. | + | |
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| - | Und jedes Jahr steht das Steinmal ein Stück weiter | + | |
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| - | ===== Was man sich erzählt ===== | + | |
| - | Keine dieser Erklärungen ist bewiesen. Alle haben Anhänger. | + | === Gerüchte === |
| - | | + | * Der Staub ist die Strafe für den Frevel der Elfen, die sich gegen Sor erhoben. |
| - | | + | * Die Finsternis ist Dhargass' |
| - | | + | * Es gab eine Zeit vorher. Manche behaupten, ihre Großeltern hätten die Sonne noch gesehen. Solche Sätze spricht man nicht laut aus. |
| - | | + | * Der Staub liegt nicht überall gleich. Es gibt Stellen, die meidet er vollständig. Hier berühren Sors Strahlen noch Ghens Oberfläche. |
| + | * Tief unter Tage ist kein Staub. | ||
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| - | //Siehe auch:// [[spielwelt: | ||