Durch den Tabar geschützt, ist das Königreich Tabarien eines der reichsten und sichersten Länder Ghens. Viel Handel fließt durch das Land.
| Lage: | Auf dem Tabar (Hochplateau) |
|---|---|
| Bevölkerung: | ~ 8.000.000 |
| Fläche: | ~ 18.000 Passagen² (160 Passagen N–S / 240 Passagen O–W) |
| Regierungsform: | Königreich unter Salandira na Tabar |
| Wichtige Orte: | Auria (Hauptstadt, ~ 550.000) Murata (Stadt, ~ 220.000) Akuria (Stadt, ~ 150.000) Qumran (Stadt, ~ 50.000) Bedem (Stadt, ~ 20.000) Qurima (Stadt, ~ 15.000) Selcia (Dorf, ~ 500) |
| Landschaft: | Flaches Grasland, teilweise moorig, wenige Wälder im Südosten |
| Klima: | gemäßigt |
| Sprachen: | Nistril (Amtssprache), Na'am (im Westen) |
| Kulturen: | Tabarier (90 %), Bandhâ (5 %), Keti (2 %) |
| Religionen: | Sor |
| Wirtschaft: | Reis (Export), Erz (Export), Holz (Import) |
Der Tabar. Tabarien erstreckt sich über das gleichnamige Hochplateau, den Tabar. Er grenzt im Südosten an den Talebh und fällt an den anderen Seiten steil ab. Der Tabar liegt im Mittel etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel. Im Südosten liegt er etwa 100 Meter höher als im Nordwesten, sodass fast alle Flüsse von Südost nach Nordwest fließen und sich kurz vor Auria, der Königsstadt, vereinen, um sich in einem einzigen mächtigen Wasserfall über die Hänge des Tabar in den Elenensee zu ergießen.
Reis & Moor. Wenige Wälder finden sich im Süden des Landes, wo es an die ansteigenden Hänge des Talebh grenzt. Dank ausgeklügelter Entwässerungstechnik wird das sehr feuchte Land in weiten Teilen als nutzbares Feld zum Nassreisanbau verwendet. Rings um die Stadt Qumran, im Norden des Landes, finden sich immer noch weitläufige Moorlandschaften.
Verkehr & Reise. Die drei Arme des Siesaal – der Sahanê, der Riljâr und der Trasaar – wälzen sich meist langsam dahin, und selbst im Westen sind sie noch bis kurz vor die Wasserfälle befahrbar. Die Straßen des Reiches sind in bestem Zustand, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich bis in die hinterste Ecke viele Dörfer und Gehöfte finden lassen. Tabarien ist ohnehin ein sehr friedliches Reich, da es kaum Feinde zu fürchten hat. Die Tabarier träumen seit Langem von einer Eisenbahnlinie, die Ost und West verbindet.
Zivilisation & Handel. Tabarien ist sehr dicht besiedelt. Reisende stoßen fast auf jeder Passage auf Soldaten, und vor jedem Nachteinbruch ist eine sichere Herberge erreicht. Es ist schwer, unbemerkt das Land zu durchqueren. Tabarien ist durch die ertragreiche Landwirtschaft sehr wohlhabend, und niemand muss Hunger leiden. An den Hängen des Talebh gibt es viele Minen, die Erze aller Art gewinnen. Nur Holz wird importiert.
Tabarien beherrschte bis vor Kurzem den Handel in den Süden. Sowohl der Pass von Golgaîth durch den Talebh als auch die Straße von Qurima wurden von Tabarien kontrolliert und waren so maßgeblich für den Wohlstand des Reiches. Doch vor Kurzem wurde der Pass von Golgaîth von wilden Keti eingenommen, die jetzt enorme Handelszölle in ihre Taschen fließen lassen.
Die Protektorate. In Auria steht der Thron Ihrer Majestät Salandira na Tabar. Sie übernahm erst kürzlich die Führung des Reiches, nachdem ihr Vater, Seine Majestät Salander II., plötzlich verstarb. Nach seinem Tode teilte sie den vier größten Städten des Reiches – Auria, Akuria, Qumran und Murata – einzelne Protektorate zu. Sie sollen die träge Politik ihres Vaters beschleunigen und das Land modernisieren. Jede dieser Städte hat somit einen eigenen Protektoren sowie einen Rat. Die umliegenden Ländereien unterstehen in erster Linie ihnen und erst danach der Königin. Die Protektoren haben sich vor der Königin zu verantworten und werden von ihr bestimmt. Monatlich werden Inspektoren in die einzelnen Protektorate geschickt, um nach dem Rechten zu sehen.
„Macht es euch nicht wahnsinnig?“ Der Alte stutzte und senkte für kurze Zeit den Krug, aus dem er seinem Besucher gerade einschenkte. „Wovon sprecht ihr?“, fragte er verwundert. „Dieses stetige Tosen und Donnern, es muss euch doch irre machen!“ Der Alte lachte: „Ach, wisst ihr, nach über elf Jahren in dieser wunderschönen Stadt höre ich es gar nicht mehr. Es würde mir sogar fehlen. Vielleicht bin ich deshalb ja ausgerechnet hier zur Ruhe gekommen.“ Der Mann schmunzelte: „Und ich dachte, es wäre wegen eures schlimmen Rückens.“ Wieder lachte der Alte: „Das sagen nur ein paar Quacksalber.“ Der Mann nahm den Becher entgegen, den ihm der Alte reichte: „Hört man das hier überall so laut?“ Der Alte hob seinen Becher: „Das Knacken in meinem Kreuz?“ Er blinzelte den jungen Mann an: „An manchen Stellen hört man es gar bis zu einer halben Passage flussaufwärts.“ Sie stießen an: „Auf das Brausen und Tosen, mein Freund!“
Schon von weiter Ferne sieht man die weißen Mauern der Königsstadt über den Elenensee schimmern. Auria, die Königsstadt, erbaut über den tosenden Wasserfällen des östlichen Siesaal, am südwestlichen Rand des Tabar. Ihre mächtigen Türme ragen Hunderte Schritt hoch in den Himmel. Sie ist das Tor zum tabarischen Hochplateau. Unzählige Brücken spannen sich über die Flussarme des Siesaal und verbinden unzählige kleine Inseln: Nordufer, Herzinsel, Insel der Universitäten, Palastinsel, Südufer, sowie die Insel der Kathedrale direkt am Wasserfall mit angelagerter Insel der Kirchoberhäupter (schwer bewacht) jenseits des Wasserfalls.
Qurima und Selcia. Qurima ist die letzte Stadt am Siesaal, bevor dieser Auria erreicht. Der Fluss wälzt sich hier besonders langsam dahin, ist über 300 Meter breit, aber recht flach. Zwar gibt es keine Furt über den Strom, da er dafür zu tief ist, aber am südlichen Ufer, genau gegenüber Qurima, liegt das Dorf Selcia mit seiner Fährstation. Von Selcia aus gehen viertelstündlich große Fähren, die ganze Wagenladungen in die Stadt schaffen. Die Zölle und Kontrollen sind hier innerhalb des Landes nur sehr oberflächlich, so stellt es keinerlei Problem dar, in die Stadt zu gelangen.
Selcia muss mittlerweile aber schon fast als eigener Stadtteil Qurimas betrachtet werden. Zwar ist es noch nicht von einem schützenden Stadtring umgeben, aber es ist sicher nur eine Frage der Zeit. Selcia erweckt den Eindruck eines zwar recht großen, aber dennoch sehr einfachen Dorfes. Nichts weist hier auf den Prunk der anderen Uferseite hin. Allerdings legen auch hier zahlreiche Kähne an, und so finden sich unzählige Kaschemmen in Ufernähe, die viele Reisende anziehen. Hier trifft man neben den ansässigen Bauern vor allem Flussschiffer, einfache Arbeiter sowie etliche Tagelöhner und Bettler. Ansonsten sei noch der recht große Marktplatz erwähnt, der sich am Ende der aus dem Norden kommenden Hauptstraße anschließt. Er bildet den größten Teil des Hafens – hier finden sich alle Anleger und auch die Fährverbindungen. Täglich wird hier Markt abgehalten.
Das Protektorat Akuria, unter dem königlichen Protektoren Jonael Gorat na Golgait, liegt an der Straße nach Süden, die durch Golgaîth führt. Hier finden sich auffällig viele Tusal und Bandhâ, und insgesamt wirkt die Stadt Akuria sehr bunt und lebhaft.
Das Land um die Stadt ist sehr fruchtbar, überall sind Felder und Äcker angelegt. Nur vereinzelt wachsen zwischen den Fluren ein paar Bäume. Das Land ist leicht hügelig und hat mit den flachen Sümpfen Qumrans nichts gemein – hier ist die Entwässerung schon weiter fortgeschritten.
Der Stadtrat besteht aus Seiner Hoheit Jonael Gorat na Golgait, einem Edelmann der Offizierskaste, und fünfunddreißig Abgeordneten der Oberschicht. Jonael verlor im Krieg ein Bein und wurde von Ihrer Majestät Salandira na Tabar persönlich zum Stadtprotektoren ernannt. Er regiert seitdem Akuria und die umliegenden Ländereien, und das mit großem Erfolg.
Die Stadt liegt in den für Tabarien so charakteristischen Mooren, die mithilfe zwergischer Entwässerungstechniken zu großen Teilen trockengelegt wurden, um so Ackerland für unzählige Gehöfte außerhalb und viele Bauern innerhalb der Stadt zu bieten. Hier herrscht Protektor Talagi na Qumran über das ärmste der drei Protektorate. Das sieht man der Innenstadt aber nur an, wenn man den Vergleich zu Akuria und Auria kennt. Qumran macht durchaus keinen armen Eindruck, dennoch konzentriert sich das Leben hier mehr auf die Stadt als auf die umliegenden Dörfer. Neben Qumran gibt es in der Umgebung kaum Siedlungen, die das Stadtrecht tragen, und im Hinterland kann man durchaus einen Tag reisen, ohne auf ein Dorf zu treffen. Zwar finden sich überall Meiler und Gehöfte, und man kann auch immer einen sicheren Unterschlupf finden, aber hier patrouillieren eben nicht täglich die Soldaten des Protektoren. Das ist wohl auch der Grund, warum man sich am Hofe Aurias oft und gerne Witze über die einfachen und angeblich so ungehobelten Qumraner erzählt.
Der Großteil der Bevölkerung geht der Landwirtschaft nach. Nur wenige Menschen leben vom Handel, und dennoch findet man überraschend viele Handwerker und Gaststätten. Dies liegt wohl daran, dass Qumran an der Straße nach Murata liegt und sich viele Durchreisende über eine Nacht in der Stadt freuen.
Die Stadt selbst wird durch den Fluss Sahanê und den See Tuab in mehrere Viertel unterteilt. Die östliche Seite des Sees wird von armen Bauern und Handwerkern bewohnt. Dieses „Len„ genannte Stadtviertel – was so viel wie „arm“ heißt – macht etwa ein Viertel der Stadtfläche aus und ist nur unzureichend durch Gardisten überwacht. Hier leben etwa zwölftausend Qumraner nahe dem Existenzminimum. Das größte Viertel der Stadt, „Falab„, macht über die Hälfte der Stadt aus und wird von über zwanzigtausend Handwerkern und Bauern bewohnt. Dieses Kernviertel bietet alles, was der Reisende begehrt, und kann als Standard der Stadt gesehen werden. Auch ist der Polizeischutz mit etwa eintausend Gardisten deutlich höher als in Len, wo nur zweihundert Gardisten patrouillieren, um schlimmste Verbrechen zu vereiteln.
Diese beiden Viertel umschließen den gesamten See Tuab und werden durch mehrere kleine Inseln ergänzt, zwischen denen immer reger Bootsverkehr herrscht. Über eintausend kleinere Kähne schippern hier täglich umher, um Personen und Waren zu transportieren oder direkt auf dem See zu verkaufen. In der Mitte des Sees liegt die Insel Nora, die zusammen mit den etwas kleineren Inseln Tekaê und Ridum das letzte öffentliche Viertel Qumrans bildet. „Nora“ beheimatet die Reicheren der Stadt und wird entsprechend gut bewacht – dreitausend Kaufleute und Handwerker leben hier, durch dreihundert Gardisten bewacht, inmitten luxuriöser Badehäuser und Etablissements aller Art.
Das der Öffentlichkeit unzugängliche Festungsgebiet liegt inmitten eines nahezu undurchdringlichen Sumpfes und ist selbst mit kleinsten Booten nur sehr schwer zu erreichen. Hier leben Adepten der drei großen Akademien und über vierhundert Elite-Soldaten, die ihr Leben Dikêe widmen.
Murata, die Stadt der hundert Aufzüge, ist eine alte Stadt bukkischer Kultur. Als bedeutender Handelsort gelangte sie zu Reichtum und somit zu politischem Einfluss. In den letzten Jahrzehnten wuchs die Stadt schnell und unkontrolliert – der Protektor hat massive Probleme mit der steigenden Kriminalität.
Murata liegt am östlichen Ende, am Rande des Tabar. Die Stadt wurde in mehrere natürliche Senken gebaut und erstreckt sich etagenartig über mehrere hundert Meter bis fast an die Meeresküste hinab. Über wasserbetriebene Maschinen werden Seilbahnen betrieben, die als Aufzüge dienen, um Waren und Reisende zu transportieren. Hierzu wurden vor Jahrhunderten eigens beeindruckende Aquädukte aus dem Talebh hierher gebaut.
Ausführliche Details zur Stadt findest du auf der Murata-Seite.
Bedem. Am Fuße des Talebh liegt Bedem, die nach Kot riechende Schwester Muratas – hier enden die Seilbahnen aus Murata, vor einem beeindruckend großen Hafen, der zu Tabarien gehört und somit der einzige Teil des Landes ist, der nicht auf dem Tabar liegt. Ausführliche Details zur Stadt findest du auf der Bedem-Seite.
Die Straße zum Pass der Oger. Zwar führt eine sehr gut ausgebaute Straße um den Tabar herum bis nach Bedem, die weiterführende Straße wird aber zunehmend schlechter. Sie führt um den Talebh herum bis zum Pass der Oger in die Wüste Keit. Seit jeher gilt diese Strecke als gefährlich und riskant. Nur die Händler nehmen diese Route, die sich die Zölle durch Golgaîth nicht leisten können. Eine gute Woche benötigt man von hier aus bis in die Keit. Nach gut zwei Dritteln der Zeit erreicht man den alten Keitwall, der den Norden von der Keit abschotten soll.
Der Keitwall. Niemand vermag zu sagen, wer die alte Mauer einst errichtet hat. Sicher ist nur, dass sie von den Tabariern gehalten wird, um die Gefahren aus dem Süden abzuwehren und Bedem und Murata zu schützen. Über 4 Passagen erstreckt sich die 10 Schritt hohe und 5 Schritt dicke Mauer. Zwei große Tore geben den Zugang zur Keit frei. Die Wachen der Mauer setzen sich aus Freiwilligen, Verurteilten und Verzweifelten zusammen – reguläre Soldaten der tabarischen Armee finden sich hier nur wenige.