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Die Tusal

Die Tusal zerfallen in drei Völker: die Patria im nördlichen Korbath, das ursprünglichste der Völker, die Traschafir im südlichen Talebh, das weltoffenste der Völker, und die Horgâthi an den Hängen des Horgasch im Westen, ein Volk aus trutzigen Pionieren. Auch wenn die Kultur aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensräume leicht voneinander abweicht, verbinden diese Völker viele Gemeinsamkeiten, die sie auch nach Jahrzehnten nicht abgelegt haben.

Die verschiedenen Völker unterteilen sich in mehrere Stämme. Jeder Stamm hat einen Stammvater oder eine Stammmutter. Insgesamt laufen die Überlieferungen zurück zu acht verschiedenen Stammvätern. Sie alle gehörten einst zum Kreis des Königs von Patria, der die fähigsten Handwerker und Krieger jeder Zunft unter sich versammelte. Später entwickelten sich aufgrund veränderter Lebensumstände weitere Stämme.

Jeder Zwerg, der etwas auf sich hält, kann seinen Stammbaum bis zu diesen Zeiten zurückverfolgen und weiß, von welchem der vierzehn Zweige er abstammt. Diese Familieneinteilungen sind aber mehr als vage. Und dennoch legen die Tusal einen großen Wert auf diese Zugehörigkeit. Schließlich liegen einige der Stämme seit Jahrzehnten im Zwist. So hat kein Granitbrecher seit 14 Jahren mehr ein Wort mit einem der Goldaugen gewechselt, seitdem die Tochter des Baral Goldauge vom Sohn des Garat Granitbrecher abgewiesen wurde.

Die vierzehn Stammväter der Tusal sind:

Stamm Stammvater / -mutter Herkunft Gewerk
Eisenschilde Aren Eisenschild Patria Schutz
Steinfäuste Iren Steinfaust Patria Steinmetz
Tunnelgräber Gorat Tunnelgräber Horgasch Bergbau
Feuerläufer Hargasch Feuerläufer Patria Verhüttung und Stahl
Basalthämmer Bjuhult Basalthammer Patria Kampf
Goldaugen Noren Goldauge Patria
Erzhelme Einok Erzhelm Patria
Granitbrecher Tron Granitbrecher Patria
Hochgipfel Bredna Hochgipfel Patria
Silberbögen Reij Silberbogen (♀) Talebh
Donnerschädel Nurden Donnerschädel Talebh
Stahlfaust Dorn Stahlfaust Talebh
Eissteiger Garon Eissteiger Talebh / Horgasch
Windsegler Simasch Windsegler (♀) Horgasch / Talebh

Typische Namen der Zwerge:

  • Patria: Männlich -ren (Aren, Iren, Noren, Waren, Auren) / Weiblich -sch / -a / -na
  • Talebh: Männlich -den / -rat

Sicherer als diese Art der Zugehörigkeit ist die der Sippe. Sie ist eine Art Großfamilie. Geheiratet wird nicht innerhalb der Sippe. Jede Sippe besteht aus mehreren Familien, die einem Sippenvater oder einer Sippenmutter die Treue schwören. Sippe und Volk überschneiden sich nicht. Die veralteten Stämme hingegen verschwimmen mittlerweile dazwischen. Der Sippenvater oder die Sippenmutter sind eine Art Häuptling, bewachen ihre zugehörigen Familien und deren Besitz. Er/Sie wird großer Vater/große Mutter genannt. Er/Sie bildet Krieger aus und führt alle wichtigen Geschäfte.

Sippenlose Gesellen, die eine Verfehlung begangen haben, verlassen oft ihr Volk und ziehen in die Städte der Menschen, um sich dort als Handwerker oder Söldner zu verdingen. Sie haben kein besonders hohes Ansehen bei ihrem Volk.

Unter der Sippe kommen letztlich die einzelnen Familien. Auch hier ist der Vater/die Mutter das Oberhaupt der Familie. Er/Sie schützt jedes Mitglied seiner Familie mit seinem eigenen Leben. Familienoberhäupter, die dies nicht tun, gelten als schwach und unehrenhaft.

Was den familiären Zusammenhalt angeht, sind die Tusal den Bukken viel ähnlicher als den Menschen. So wird ein Tusal nie verstehen können, wie sich ein Nistril gegen den Willen seines Vaters stellen kann. Auch ist es vollkommen normal, ein Leben lang im Hause der Eltern zu leben. So wird oft immer weiter angebaut, bis schließlich eine eigene kleine Festung entsteht.

Wollen wir ein wenig rechnen. Die Stadt Patria beheimatet (Anzahl fehlt im Original) Stämme. Diese zerfallen wiederum in jeweils etwa vier bis zwölf Sippen. Zurzeit werden genau zweiundfünfzig feste Sippen gezählt. Jede Sippe besteht im Schnitt aus zwanzig Familien, wobei dies von sechs bis dreißig Familien variiert. Das führt zu über zweitausend Familien in Patria. Wenn wir bedenken, dass jede dieser Familien zehn bis gar über einhundert Köpfe zählt, wobei der Schnitt weit über der Mitte liegt, kommen wir auf gut einhundertfünfzigtausend Tusal. Nicht mitgerechnet sind die sippenlosen Hilfsarbeiter. Unvorstellbar, wenn sich diese Masse an kampferfahrenen Tusal rüsten und wappnen würde, um in den Krieg zu ziehen.

Und das Antlitz Ghens erzitterte durch abertausende Schritte, die dem Kampf entgegenstürmten… – aus dem großen Buch der Zwerge

In Traschafir und Horgasch sind die Verhältnismäßigkeiten im Übrigen ähnlich. In Traschafir kommen allerdings auf die vier Stämme, von denen einer zur Hälfte in den Horgasch auszog, um dort zu siedeln, verhältnismäßig viel mehr Sippen als in Patria – im Schnitt etwa vierzehn. Der Stamm der Donnerschädel kommt gar auf zweiunddreißig Sippen und dürfte somit der größte aller Stämme sein. Die Sippen an sich sind jedoch in ihrer Größe mit denen in Patria zu vergleichen. Um das Nebelmeer sind die Familien im Schnitt übrigens wesentlich kleiner, da es der Lebensraum dort oft nicht anders zulässt. Nicht selten spaltet sich eine Familie oder gar eine Sippe auf, um weiteres Land urbar zu machen.

Die Namen der Tusal sind wie auch ihre Sprache selbst meist sehr kurz und hart. Nur selten besteht ein Vorname aus mehr als zwei Silben, und die Nachnamen bildet man aus der Sippenzugehörigkeit, dem Volk und einem Beinamen. Dabei enden die Namen der Tusal aus Patria oft auf -en/-em, und die der Zwerge aus Traschafir meist auf //-at oder -on.

Alle Abstammungen werden stets im Namen eines jeden Zwerges eingebracht: Volk, Stamm, Sippe, Familie bzw. Vater und eventuelle eigene Beinamen. Ein vollständiger Name wäre also etwa: Aren Eisenkopf, Sohn von Iren der Ramme, aus Droraks Sippe, von Einoks Stamm, vom Volke der Patria. Dabei sollte man nie den Fehler machen, einen Zwerg zu unterbrechen, während er seinen Namen preisgibt, oder gar seinen persönlichen Beinamen zu belächeln. Wird der Name des Volkes auch oft weggelassen, sollte man auf die Sippe nie verzichten. Auch die Namen der Väter werden weitergereicht, ebenso Namen bekannter Ahnen. Somit kann ein zwergischer Name recht lang werden. Zugegebenermaßen ergeben sich da teilweise abenteuerliche Konstruktionen, aber sie alle haben einen ernsten und bedeutenden Hintergrund – meist aus einem der ihnen so wichtigen Elemente bzw. Materialien und einem Körperteil oder einem Werkzeug.

Ein Zwerg gehört stets entweder zum Volk der Patria, dem Volk der Horgath, oder den Traschafir. Nur sehr selten wird er sich zu keinem dieser Völker mehr zugehörig fühlen, auch wenn er schon seit ewigen Zeiten auf Wanderschaft sein mag.

Beispiele zwergischer Namen: Amber, Aren, Bidem, Demosch, Dorn, Dorres, Drog, Hugen, Iren, Noren, Orek, Robur, Sigared, Susanna, Thajesch, Thorn, Tron, Worat, Wonkat, Winder/Wynder

Sobald ein Tusal sein drittes Lebensjahr erreicht, beginnt er innerhalb seiner Sippe mitzuhelfen. In den kommenden Jahren versuchen seine Angehörigen herauszufinden, welches Handwerk ihm liegt. In seinem fünften Lebensjahr wird er einem Handwerksmeister übergeben. Dieser ist normalerweise Angehöriger einer anderen Sippe. Mit dem Ausbildungsversprechen des Handwerkers gehen oft andere soziale oder wirtschaftliche Abkommen einher.

Nach fünf Jahren intensiver Ausbildung legt ein Tusal für gewöhnlich seine Gesellenprüfung ab. Manche tun dies bereits nach vier Jahren, nur wenige nach sechs. Vor einer Zunft wird dann die Prüfung bewertet. Bevor ein Tusal droht, die Prüfung nicht zu bestehen, verlängert er lieber seine Lehrzeit – dies gilt nicht als Schande. Das Verfehlen der Prüfung hingegen schon. Viele Tusal ergreifen im Laufe ihres Lebens mehr als einen Beruf. Fast alle werden Meister, oder gar Großmeister auf ihrem Gebiet.

Tusal gelten mit 8 Jahren als erwachsen und sind mit 10 meistens ausgebildete Handwerker oder Kämpfer. Das Altern beginnt bei ihnen mit 20. Die meisten werden ca. 100 Jahre alt.

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  • Zuletzt geändert: 05.09.2026 16:43
  • von Voigt